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    Carbon Footprint gemäß ISO 14064 und Klimaneutralität nach PAS 2060   Ansprechpartner  Für die Betriebspraxis    Grafik Mögliche Maßnahmen auf Basis der Statusbestimmung Bei der ökologischen Nachhaltigkeit zeichnet sich der CO2-Fußabdruck mehr und mehr als das entscheidende Kriterium ab. Auch wenn noch so nachhaltig und sparsam gewirtschaftet wird, verursacht jeder Betrieb CO2-Emissionen. Es ist deshalb umso wichtiger, diese Emissio- nen kontinuierlich zu reduzieren oder gar zu ver- meiden. Unvermeidbare Emissionen können über ein Klimaschutzprojekt ausgeglichen wer- den, um letztendlich klimaneutral zu werden. Eine anerkannte Systematik zur Ermittlung des Carbon Footprints sind in der DIN EN ISO 14064 und im GHG-Protokoll festgelegt. Kosten-Nutzen-Berechnungen sind ein bewähr- tes Instrument bei der Bewertung von Investitio- nen in Unternehmen. Momentan stellt sich Un- ternehmen vermehrt die Frage, ob die Installation von Photovoltaik-Anlagen eine sinnvolle Investi- tion darstellt. Hier gilt es kritisch zu prüfen, ob die Rahmenbedingungen (Ort der Installation, Genehmigungen, Statik, Speicher, Steuern, För- dermöglichkeiten, Behandlung als Energiever- sorger und anderes) einen wirtschaftlichen Be- trieb ermöglichen. Zudem zeigt sich, dass Compliance als Quer- schnittsfunktion ein immer wichtigeres Thema wird. Die wachsende Relevanz der Compliance wurde durch die im April 2021 veröffentlichte ISO 37301 bestätigt. Als Beispiele kommender Verpflichtungen sind hier das Lieferkettensorg- faltspflichtengesetz sowie die Whistleblower- Richtlinie aufgeführt. Im Compliance-Manage- ment geht es darum, eine ganzheitliche Syste- matik zum Umgang mit Anforderungen aufzu- bauen und nicht nur auf einzelne gesetzliche Änderungen adäquat zu reagieren. Dies stellt vor allem mittelständische Unternehmen vor eine große Herausforderung. Neben den aufgeführten Punkten wird die Kom- munikation von Nachhaltigkeitsaspekten rele- vanter. Treiber sind hier sowohl Gesetze (zum Beispiel die CSR-Richtlinie), Kundenforderun- gen als auch (vermehrt) die Vorgaben von Ban- ken. Vor diesem Hintergrund ist die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten nach anerkannten Standards (DNK, GRI u.a.) von Bedeutung. Häu- fig beginnen Unternehmen damit, die Berichte aus ökologischen oder ökonomischen Gesichts- punkten aufzubauen und diese dann sukzessive zu erweitern. Die vorgenannten Beispiele zeigen, dass Nach- haltigkeit ein komplexes Thema ist, welches ganzheitlich betrachtet werden muss. Durch eine systematische Statusbestimmung können Prioritäten optimal gesetzt und die wichtigsten      Maßnahmen implementiert werden. Guido Solbach Mitglied der Geschäftsleitung VIA Consult GmbH & Co. KG Martinstraße 25 57462 Olpe Tel. 02761 / 83668-14 g.solbach@via-consult.de www.via-consult.de K       27 Nachrichten 3-2021    Foto: Guido Solbach/VIA Consult 


































































































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